Qualitätsmanagement für Krankenhäuser

Qualitätsthemen wie das Konzept des Total Quality Management (TQM) überraschen anfangs durch ihre Erfolgsaussichten und lassen mit zunehmender Komplexität Zweifel an einer schnellen und reibungslosen Durchführbarkeit aufkommen. Gerade im Bereich der Krankenhäuser ist nach wie vor mit heftigem Widerstand aus den Reihen der eigenen Organisationsmitglieder zu rechnen. Zwar haben Qualitätssicherungs- und Qualitätsmanagementaktivitäten in der Krankenhauspraxis eine lange Tradition, diese ist aber keineswegs mit der Umsetzung des TQM-Konzeptes zu vergleichen. Geeignete Ansätze zur Umsetzung des TQM-Gedanken in Einrichtungen des Gesundheitswesen stellen die Modelle nach European Foundation for Quality Management (EFQM) und Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ (inklusive pCC (proCum Cert (pCC) ist eine Zertifizierungsgesellschaft, deren „zentrale Aufgabe …. die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in kirchlichen Krankenhäusern“ ist))) dar. Zu beachten ist an dieser Stelle aber, dass gerade Krankenhäuser bei der Implementierung von TQM zusätzliche Probleme berücksichtigen müssen, da sich eine Standardisierung medizinischer Aktivitäten bzw. Prozesse umso schwieriger gestaltet, je höher der interaktive Anteil am Behandlungsprozess ist.

Dieses kann zwischen den jeweiligen Krankenhauseinrichtungen stark variieren. Die Beurteilung der zukünftigen Entwicklung des TQM-Konzeptes in Krankenhäusern gestaltet sich als schwierig. Viele Einrichtungen verfolgen momentan die Implementierung eines QM-Systems nur aus dem Grund, da der Gesetzgeber dieses fordert. Studien der letzten Jahre zufolge, die von Seiten der EFQM in Auftrag gegeben wurden, ergaben eine interessante Tendenz. Demnach unterscheiden sich die unterschiedlichen QM-Ansätze für Krankenhäuser im Zuge von TQM weniger in ihrer Wirkung auf den Unternehmenserfolg. Bedeutsamer für die Effektivität der QM-Systeme ist demnach der Umstand, ob das Implementierungsvorhaben aus der eignen Motivation des Krankenhauses gewachsen ist oder nur aufgrund externen Drucks (gesetzliche Vorgaben) umgesetzt wird. Die Gefahr besteht hierbei, dass QM-Bemühungen nur der Form halber durchgeführt werden, d. h. an den Leitungen eines Krankenhauses vorbei gehen und lediglich an die QM-Beauftragten weitergegeben werden. Diese verfügen aber häufig im Gegensatz zu der Führungsebene nicht über die Befugnisse, bestimmte Defizite aus eigenem Handeln heraus zu ändern. Liegen die Schwächen einer Organisation zusätzlich bei der Leitung oder Strategie eines Krankenhauses, ist es unabdingbar, dass sich die Führungsebene mit den Defiziten auseinandersetzt und die TQM-Prinzipien aktiv vorlebt. Das Verhalten der Führungsebene bezogen auf den Erfolg und die Qualität eines Krankenhauses muss demnach messbar gemacht werden.

Gemäß der gesetzlichen Vorschriften nach § 137 SGB V müssen Krankenhäuser seit September 2005 einen Nachweis über ein internes Qualitätsmanagement erbringen. Eine Maßnahme, mit der von staatlicher Seite der Versuch gestartet wird, eine bessere Transparenz und Kontrolle der Leistungen zu ermöglichen. Der Einstieg in eine Krankenhaus-bezogene Berichterstattung ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Aussagekraft des vereinbarten Berichtskonzeptes ist aber nach heutigem Entwicklungsstand sehr beschränkt, da vor allem die entscheidende Dimension der Ergebnisqualität unberührt bleibt.

Die Erkenntnis unsere Arbeit ist, dass nicht vor allem kostenintensive Investitionen in strategische Instrumente zur Qualitätsverbesserung in Krankenhäusern beitragen, sondern viel mehr ein geändertes Führungs- und Kommunikationsverhalten sowie eine dem TQM entsprechend gewandelte Prozess- und Organisationsstruktur. Nur durch eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit Veränderungen, unter Einbeziehung aller Interessengruppen, kann den genannten Widerständen effizient begegnet werden und eine erfolgreiche Umsetzung des TQM-Konzeptes gelingen.

Dabei deutet vieles darauf hin, dass gerade Krankenhäuser, die diese Erkenntnis beherzigen, im Wettbewerb der globalen Märkte am Besten bestehen werden.