Therapien

Bereits aus vorchristlicher Zeit sind Darstellungen von varikös veränderten Extremitäten und therapeutische Maßnahmen wie das Anstechen der Varizen zur Entlastung, das Verschmoren mit Glüheisen und chirugische Behandlungsversuche überliefert. Ziele der heutigen Behandlung sind die Normalisierung der Hämodynamik und damit die Verbesserung der Beschwerden sowie die Vermeidung von Komplikationen. Die primäre Varikosis ist einer kurativen Therapie gut zugänglich. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Technologien und Konzepten. Wir möchten in den folgenden Infornmationen einen kurzen Überblick geben. Wenn Sie weitere Informationen benötigen kontaktieren Sie uns bitte über unser Kontaktformular unter Kontakt.

Ziel der heutigen Behandlung ist es, die betoffene Venen mit möglichst geringer Nebenwirkung auszuschalten. Zusätzlich besteht seit Jahren bedingt durch den Druck auf die Kosten für stationäre Leistungen ein Trend zur ambulanten Varizenoperation. Man kann die Behandlung daher auch unter den Gesichtspunkten minimal invasive und invasive Behandlung unterscheiden. Im folgenden gehen wir nun näher auf die einzelnen Technologien ein.

Operation

Die klassiche Methode bei der Behandlung von Krampfadern ist die operative Methode. Bei dem im allgemeinen Stripping gennanten Verfahren werden die betroffenen größeren Astvarizen (Perforan-Varikosis) sowie die Stammvenen Stammvarikosis. Beim Stripping wird eine flexible Spezialsonde in die krankhaft erweiterte Vene eingeführt, bis zu deren Ende vorgeschoben und dort wieder ausgeleitet. Die Varize wird dann oben und unten durchtrennt, sowie auf der Sonde fixiert, die dann beim Herausziehen (Stripping) die varikös veränderte Vene unter der Haut mitnimmt. Die Stripping-Operation ist in Vollnarkose, Teilnarkose oder auch in Lokalanästhesie durchführbar; sie kann ambulant oder stationär erfolgen. Ausschlaggebend hierfür ist der Schweregrad des Befundes sowie die psychische Verfassung des Patienten. Nach dem Eingriff ist für einen Zeitraum (3 bis 6 Wochen) eine Kompression mit Kompressionsstrümpfen zu empfehlen sowie zur Vermeidung einer Thrombose eine gerinnungshemmende Behandlung mit Heparin.

Es gibt noch weitere operative Verfahren z.B. das Invaginierende Mini-Stripping (PIN-Stripping). Bei diesem Verfahren wird die Vene durch sich selber herausgezogen. Eine Sonde mit einem Minikopf wird in die Stammvenen eingeführt und durch diese entfernt: „Bei diesem Verfahren wird die Vene durch sich selber herausgezogen“. Im Unterschied zum klassischen Strippingverfahren sind die Schnitte daher deutlich kleiner. Meist verheilt die Stichinzision narbenfrei. Es handelt sich hierbei ebenfalls um ein Standardverfahren. Nachteilige für diese Methode bleibt anzuführen das die Venen bei Verwachsungen nicht komplett entfernt werden kann. Ein weitere Op-Technik ist die Crossektomie (auch Krossektomie). Sie wird üblicherweise mit dem Varizenstripping kombiniert. Das Wort Crosse kommt aus dem Französischen und bedeutet “Bischofsstab”, “Krummstab” oder “Hirtenstab”. Die Crosse bezeichnet den bogenförmigen körpernahen Anteil der V. saphena magna (oder parva) , also den Abschnitt der oberflächlichen Krampfader, der in die tiefe Vene einmündet. Die klassische Varizenoperation beginnt mit der Crossektomie. Die Crossektomie beinhaltet die Durchtrennung der oberflächlichen Krampfader (V. saphena) an ihrer Einmündung in das tiefe Venensystem, wobei das “Loch” zur tiefen Vene hin zugebunden wird (Ligatur). Im Bereich der Crosse münden mehrere kleine Venenäste sternförmig in die Vena saphena, weshalb man diese anatomische Region auch “Venenstern” nennt.

Die operative Trennung der V. saphena von der tiefen Vene inklusive der Unterbindung aller in dieser Region einmündenden Seitenäste bezeichnet man als Crossektomie. Bei der Operation der kranken V. saphena magna erfolgt die Crossektomie über den Schnitt in der Leiste. Bei der Operation der kranken V. saphena parva erfolgt die Crossektomie über den Schnitt in der Kniekehle. Im Anschluss an die Crossektomie erfolgt üblicherweise das Varizenstripping. Auch diese Methode ist außerordentlich häufig.

Sklerosierung (Verödung)

Die Technik der Verödung wird meist zur Behandlung von netzförmigeAnsammlungen von Besenreizern angewandt. Hierbei wird ein Verödungsmittel (v. a. Präparate mit ungesättigten Fettsäuren, Polydocanol haltige Präparate siehe unten weitere Informationen, hochkonzentrierten Kochsalzlösungen (NaCl) oder Hochprozentigen Glukoselösungen in die Vene eingespritzt. Durch diese Therapie wird in den Venen eine künstliche Entzündung der Gefäßinnenwand hervorgerufen, was zur Verklebung und damit zum Verschluss der Venen führt. Gut verödete Venen sind dauerhaft verschlossen und stehen dem Blutfluss nicht mehr zur Verfügung. Dadurch werden die venösen Verhältnisse im Bein verbessert, da das Venenblut, das zum Herzen geführt werden muss, nicht mehr in defekten Venen versackt. Unmittelbar nach der Verödung werden die Einstichstellen verklebt und Kompressionsstrümpfe über das behandelte Bein gezogen. Größere Krampfadern können mithilfe der Schaumsklerosierung verschlossen werden. Dabei wird das Verödungsmittel mit Luft vermischt, um einen feinblasigen Schaum zu erzeugen. Dieser hat eine größere Oberfläche als die Flüssigkeit und ist daher stärker wirksam. Durch die Verwendung immer dünnerer Katheter unter Ultraschallkontrolle wurde das Einsatzspektrum in den letzten Jahren deutlich verbreitert. Darüber hinaus ist die Schaumverödung relativ schmerzfrei, schnell und ambulant durchführbar.

Polydocanol:

Monopräparate: Aethoxysklerol (D, A, CH), Anaesthesulf (D), Asclera (USA), Recessan (D, A), Sclerovein (CH)

Kombinationspräparate: Acoin (D), Antidry calm (CH), Assan rem (CH), Balmed Hermal Plus (A, CH), Balneum Hermal Plus (D), Brand- und Wundgel (D), Dentalgin (A), Dentinox (D, A), Eludril (CH), Lindosan (A), Linola Fett-N Ölbad (D), Optiderm (D, A), Pruri-med (CH), Prurimix (A), Solcoseryl (D, A, CH), Sportusal Emgel/ Spray sine heparino (CH), Venucrem (CH), Vonum (A)

Endovaskuläre Operationen

Endovaskuläre Lasertherapie oder Endoluminale Lasertheraipie (ELT) und die Radiofrequenzwellentechnologie (RWT) sind relativ neue minimal invasive Behandlungs-methode für Krampfadern. Es handelt sich dabei um besonders schonende Verfahren der Venenoperation mit erheblichen Vorteilen für den Patienten.

Radiofrequenzwellentechnologie

Die Radiofrequenzchirurgie der Venen wird bereits seit Anfang 2000 eingesetzt und hat erhebliche Vorteile für den Patienten. Genau wie beim Laser wird hier die Vene nicht herausgezogen, sondern durch eine thermische Zerstörung der Veneninnenhaut und Venenwand verschlossen. Das umgebende Gewebe wird hierbei durch ein spezielles Verfahren (Tumeszenz), bei dem in der Regel 300-500 ml Kochsalzlösung um die Vene injiziert werden, geschützt. Durch diese Technik können thermische Schäden an Haut und anderen Organen sicher vermieden werden. Es sind prinzipiell alle Narkoseverfahren möglich (auch örtliche Betäubung) – nachdem wir in der Regel auch sämtliche Nebenäste bei der Operation mit entfernen, findet die Operation in der Regel in Teil- oder Vollnarkose statt. Werden die Nebenäste belassen, müssten diese in einem weiteren Eingriff entfernt werden. Durch den erheblich reduzierten Blutverlust können bei dieser Technik auch beide Beine – selbst bei ausgeprägten Krampfadern – ohne erhöhtes Risiko simultan operiert werden. Neben dem erheblich günstigeren postoperativen Verlauf (weniger Blutergüsse, schnellere Arbeitsfähigkeit, weniger Narben) ist diese Operationstechnik somit auch für Patienten mit einem erhöhten Narkose- und Operationsrisiko von Vorteil.

Die Endovaskulären Lasertherapie (ELT)

Bei der Endovaskulären Lasertherapie wird ein Laser-Lichtleiter direkt in die kleine oder große Stammvene eingeführt. Die über den Lichtleiter eingebrachte Laserenergie führt zum der Verschluss des geschädigten Venenabschnittes. Das Einführen des Laserkatheters erfolgt ambulant analog zur RWT über eine kleine Venenpunktionsstelle unter Ultraschallkontrolle, wobei praktisch keine Narben und nur minimale Blutergüsse entstehen. Der Patient profitiert von sehr guten kosmetischen Ergebnissen, einer kurzen Erholungsphase und nur geringen postoperativen Schmerzen. Eine Wiederholung des Eingriffs ist in der Regel nicht notwendig. Sofort nach dem Eingriff kann der Patient aufstehen und sich bewegen. Der Patient kann bereits ab dem ersten Tag nach der Laserbehandlung normale Tätigkeiten wieder aufnehmen. Schwere körperliche Tätigkeiten dürfen nicht ausgeführt werden und auf Sport muss mindestens zwei Wochen ganz verzichtet werden.

Die Absorption der Laserenergie erfolgt in dem intrazellulären Wasser der Venenwand und im Wasseranteil des Blutes. Die durch die Laser-Energie induzierte irreversible thermische Schädigung führt zu einem kompletten Verschluss der behandelten Vene. Anfänglich wurden laser mit niedriger Wellenlänge verwendet 810, 940 und 980 nm. In den letzten Jahren haben sich aber die Systeme mit einer Wellenlänge von 1470 nm analog zum optimalen Absorptionsspektrum des Wassers (Hauptbestandteil des menschlichen Blutes) durchgesetzt. Die Anfänglich benutzen Sonden hatten einen eingeschränkten axialen Abstrahlwinkel. Seit 2008 sind aber auch radial-abstrahlende ( 360° ) Sonden im Angebot. Durch die radial-abstrahlende Sonde entsteht ein deutlich größeres Wirkungsfeld, daher muss deutlich weniger Energie aufgewendet werden. Die Reduzierung der benötigten Energie führt dazu das im Bereich um die Sonde keine so hohen Temperaturen entstehen.

Seltene Verfahren:

Kryo-Technik (Vereisung)

Ein Katheder wird in die Stammvene eingebracht. Die Sonde wird nach Tieffrieren mit der anhaftenden Vene herausgezogen. Dieses Verfahren wird nur noch selten angewandt.

Generelle Problematik

Die Behandlung der Krampfadern führt zu einer Linderung der Beschwerden. Allerdings können sich nach einer Zeitspanne nach 5 bis 7 Jahren erneut neue Krampfadern bilden. Als chronische Krankheit weil genetisch bedingte, gibt es derzeit keine Möglichkeit aktiv eine Therapie gegen das Auftraten von Krampfadern durchzuführen – allerdings lassen sich durch diverse varizenausschaltende Maßnahmen die Beschwerden reduzieren.

Therapien bei den weiteren Chronischen Venenkrankheiten:

Tiefe Beinvenenthrombose

Nur die schnelle Diagnose und Therapie der Thrombose verhindert effektiv Lungenembolien. Bei symptomatischen Patienten kann auf der Basis einer positiven Kompressionssonographie eine Antikoagulation eingeleitet werden. Bei negativem Befund sollte unverzüglich eine definitive Diagnose mittels Duplexsonographie oder Phlebographie angestrebt werden.

Hämorrhoiden

Hämorrhoidalia, das sind vor allem Salben und Cremes zur Behandlung eines Hämorrhoidalleidens, können allenfalls die Beschwerden lindern. Es ist damit weder eine Heilung noch ein Stoppen des Voranschreitens der Erkrankung möglich. Mit einer Basistherapie kann zumindest das Voranschreiten der Erkrankung gebremst werden. Eine Heilung ist nur durch operative Eingriffe möglich. Im frühen Krankheitsstadium können diese Eingriffe ambulant und minimalinvasiv erfolgen. Weit fortgeschrittene Hämorrhoidalleiden können nur noch durch eine Operation mit stationärem Krankenhausaufenthalt geheilt werden. Dies kann durch eine frühzeitige Behandlung vermieden werden. In vielen Fällen begeben sich die Betroffenen erst dann in ärztliche Behandlung, wenn die Schmerzen und Unannehmlichkeiten das Schamgefühl überwiegen.

Eine universelle Behandlungsmethode gibt es nicht. Normalerweise reichen bei Hämorrhoiden des 1. und 2. Grades kleinere ambulante Eingriffe aus. Bei Hämorrhoiden ab dem 3. Grad kann meist nur noch ein operativer Eingriff Abhilfe schaffen. Dagegen ist die Sklerosierung von Hämorrhoiden, auch Hämorrhoidenverödung genannt, ist eine Methode zur Therapie von symptomatischen Hämorrhoiden ersten oder zweiten Grades. Die Sklerosierung von Hämorrhoiden ist ein minimal-invasiver Eingriff, der üblicherweise ambulant vorgenommen wird. Es ist dabei keinerlei Narkose notwendig. Das zu verödende Gewebe ist weitgehend schmerzunempfindlich. Die Verödung ist das Mittel der Wahl zur Behandlung von Hämorrhoiden ersten Grades. Zwei Sklerosierungsverfahren sind etabliert.

Sklerosierung nach Blond und Hoff

Die intrahämorrhoidale Sklerosierung wurde 1936 von Kasper Blond und Herbert Hoff erstmals beschrieben. Durch ein Proktoskop hindurch injiziert der behandelnde Arzt dabei mit einer Spritze das Sklerosierungsmittel in die Tela submucosa (submukös). Eine bläulich-glasige Verfärbung der Schleimhaut zeigt die korrekte Injektion visuell durch das Proktoskop an. Die Injektion in die Tela submucosa ist schmerzfrei, da das Gewebe oberhalb der Linea dentata keine freien Nervenendigungen hat und dadurch wesentlich weniger sensitiv ist als unterhalb der Linea dentata. Die Sklerosierung wird in drei bis fünf Behandlungssitzungen über einen Zeitraum von etwa vier bis sechs Wochen wiederholt. Die in den Hämorrhoidalpolstern hervorgerufene Entzündungsreaktion bewirkt eine Vernarbung des Gewebes, was zu einer Drosselung der arteriellen Blutzufuhr führt. Zudem wird die gelockerte Schleimhaut fixiert. Mittlerweile werden Sklerosierungsmittel mit deutlich niedrigerer allergener Potenz, beispielsweise Polidocanol oder Zinkchlorid-Lösung, verwendet. Das Verfahren ist prinzipiell für Hämorrhoidalleiden 1. und 2. Grades geeignet. In Deutschland ist die Sklerosierung nach Blond und Hoff die verbreitetste Methode zur Verödung von Hämorrhoiden.

Sklerosierung nach Blanchard

Die suprahämorrhoidale Sklerosierung wurde 1928 von Charles Elton Blanchard beschrieben. Bei dieser Form der Sklerosierung wird Phenol, meist 5%ig gelöst in Mandel- oder Erdnussöl, als Sklerosierungsmittel im Bereich der die Hämorrhoidalpolster versorgenden Arterien paravasal appliziert. Auch hier führt eine postinflammatorische Reaktion zu einer Fixierung der Hämorrhoidalknoten oberhalb der Linea denata. Die Anwendung von Phenol ist in Deutschland am Menschen rechtlich gesehen problematisch. Die Anwendung erfolgt daher in Eigenverantwortung des Arztes (Therapiefreiheit). Die Methode wird vor allem im angloamerikanischen Raum bei symptomatischen Hämorrhoiden 1. bis 3. Grades angewendet.

International betrachtet ist die Sklerosierung nach Blanchard die am meisten angewandte Verödungsmethode von Hämorrhoiden.

Die Behandlung selbst kann prinzipiell von Allgemeinmedizinern (Hausarzt), Chirurgen, Dermatologen (Hautarzt), Gynäkologen, Urologen oder Proktologen durchgeführt werden. Proktologen sind auf die Behandlung von Erkrankungen des Enddarms spezialisiert. Sie sind daher mit der Diagnose – speziell der Differentialdiagnose – und der Behandlung von Hämorrhoiden üblicherweise sehr vertraut. Die Behandlungskosten werden von der Gesetzlichen Krankenversicherung voll erstattet.

Lipödem

Die medizinisch indizierte Fettabsaugung, oder auch Liposuktion beim Lipödem genannt, ist ein Verfahren, um überschüssiges, krankhaftes Körperfett zu entfernen, das keiner Gewichtsreduktion unterliegt. Das durch die Operation entfernte Fett ist weg und wird an den operierten Stellen nicht wieder kommen. Leider ist das Lipödem damit nicht geheilt, denn das Lipödem ist nicht heilbar. Deshalb sollte man möglichst weiterhin auf die Ernährung achten und sich sportlich betätigen.

Die Liposuktion beim Lipödem kann in verschiedenen Techniken durchgeführt werden. Allerdings gibt es anscheinend tatsächlich nur 2 Techniken, die sich derzeit bei der Liposuktion beim Lipödem bewähren und das sind die WAL-Technik und die TLA-Technik. Bei diesen beiden Techniken ist mittlerweile bekannt, dass sie sehr gewebeschonend sind, das Gewebe also NICHT schädigen. Zurzeit gibt es jedoch noch nicht sehr viele Plastisch-Ästhetische Chirurgen, die diese Techniken perfekt beherrschen, daher ist etwas Vorsicht geboten. Wir wollen und dürfen allerdings keine näheren Angaben machen.

Zu Technologien der Liposuktion:

Die WAL – Technik
Wasserstrahl assistierte Liposuktion (Water-Jet-Liposuction)

Die Wasserstrahl assistierte Liposuktion (WAL) ist auf dem Markt der plastisch-ästhetischen Chirurgie eine sehr neue Methode, um Fett abzusaugen. Sie ist eine unglaublich schonende und schnelle Methode. Sie basiert ebenfalls auf der Liposuktion in Tumeszenz-Lokalanästhesie. Bei der Wasserstrahl-assistierten Fettabsaugung arbeitet der Chirurg mit einem sehr feinen Wasserstrahl. Mit ihm kann er das Fettgewebe sehr schonend vom restlichen Gewebe lösen. Bei diesem Eingriff bedarf es rund siebzig Prozent weniger Tumeszenzlösung. Die weniger große Tumeszenzlösung schränkt das Aufschwemmen des Körpers erheblich ein und das Beurteilen der Modellierung fällt dem Chirurgen leichter. Die Operationsdauer wird wesentlich kürzer, da keine lange Einwirkzeit berücksichtigt werden muss. In etwa einer bis anderthalb Stunden kann der Chirurg seine Arbeit wieder beenden.

Der Druck des Wasserstrahls passt sich den verschiedenen Bindegewebsstrukturen perfekt an, so dass der behandelnde Chirurg die Fettdepots gezielt herauslösen kann. An der Kanüle befindet sich außerdem ein zweiter Kanal, mit dem das Wasser sowie das herausgelöste Fett abgesaugt werden kann. Der Vorteil hierbei ist, dass neben den Fettzellen auch ein großer Teil des Lokalanästhetikums und der Tumeszenzlösung wieder mit abgesaugt werden. Dadurch wird die Medikamenten- und die Kochsalzbelastung des Patienten deutlich verringert.

Der Vorteil dieser Operationsmethode besteht zudem darin, dass der Chirurg schon während der Operation das Ergebnis sehr gut einschätzen kann. Er kann bereits bei dem Eingriff Dellen und Unebenheiten ausgleichen. Der Patient befindet sich während des Eingriffs bei vollem Bewusstsein, es sei denn er wünscht einen Dämmerschlaf oder gar eine Vollnarkose. Aufgrund der örtlichen Betäubung ist dies aber eigentlich nicht nötig. Außerdem kann auch er schon während der Operation das Ergebnis begutachten.

Die TLA – Technik
Tumeszenz-Lokalanästhesie

Die Liposuktion in Tumeszenz- Lokalanästhesie ist eine der am häufigsten durchgeführten Operationsmethoden in Deutschland. Hierbei wird dem Patienten vor dem Eingriff eine Spritze mit der Tumeszenz- Flüssigkeit injiziert. Diese Flüssigkeit bewirkt, dass das Fett aufquillt und somit leichter abzusaugen ist. Die Haut wirkt danach wie angeschwollen. In dieser Tumeszenz- Flüssigkeit, die dem Patienten vorab gespritzt wird, ist außerdem die Lokalanästhesie enthalten. Sie kann sich in Kombination mit der Tumeszenz-Flüssigkeit besonders gut verteilen, wodurch der Patient bei der Fettabsaugung an der zu behandelnden Stelle nichts spürt. Der Organismus des Körpers wird durch das Einsparen einer Vollnarkose geschont. Außerdem kann der behandelnde Chirurg den Patienten während der Behandlung zum Aufstehen auffordern.

Das hat den Sinn, dass auch die restlichen Fettdepots, die im Liegen nicht sichtbar werden, entfernt werden können. Insgesamt kann in einer Sitzung ein Fettvolumen von bis zu vier Litern abgesaugt werden. Bei dieser Operationstechnik können das umliegende Gewebe, die Nerven und größere Blutgefäße geschont werden. Sehr selten treten nach einer Fettabsaugung Infektionen oder sogenannte Serome auf. Serome sind kleine Hohlräume, in denen sich Lymphflüssigkeit ansammelt. Sie können aber relativ leicht wieder abgesaugt werden.

Die Absaugung erfolgt über ganz besonders feine Kanülen. Mit leichten Schwingungen der Hand wird das Fett dann ganz leicht herausgerüttelt und abgesaugt. Mit dieser Operationsmethode können auch empfindliche Stellen, wie etwa das Knie oder die Knöchel bearbeitet werden.