Erscheinungsformen

Ein gestörter Blutfluss in den Beinvenen kann unterschiedliche Folgeschäden nach sich ziehen. Sie können neben allgemeinen Beschwerden auch oberflächliche aber auch sehr schwerwiegende Formen annehmen.

Besenreiser

Staut sich ein kleines oberflächliches Venengeflecht (meist ein harmloses, rein ästhetisches Problem), zeichnet es sich unter der Haut ab wie ein Reisigbesen – daher der Name Besenreiser.

Phlebitis

Zu langsam fließendes Blut verdickt sich immer stärker und „versumpft“ regelrecht. Daraus kann sich eine schmerzhafte oberflächliche Venenentzündung ausbilden.

Ödem-Bildung

(„Wasser“-Ansammlung im Gewebe): Die Venenwände werden porös und durchlässig. Blutplasma (heller, flüssiger Anteil des Blutes) und Eiweißstoffe treten aus, schwemmen in das umliegende Gewebe und lösen Schwellungen (Ödeme) aus.

Krampfadern (Varizen)

Kommt es in einer größeren Vene zu einer Schädigung der Venenwand, verändert sich das Gefäß zur dick geschlängelten Krampfader.
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Chronische Venöse Insuffizienz

Auch chronisch-venöses Stauungssyndrom, Chronische Veneninsuffizienz genannt, beruht auf einer Mikrozirkulationsstörung der Gefäße infolge einer venösen Abflussbehinderung. Folge sind zum Teil schwere Venen- und Hautveränderungen.
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Ulcus

Der Begriff Ulcus cruris bezeichnet in der Medizin einen Substanzdefekt im Gewebe des distalen Unterschenkelbereiches, der typischerweise als offene, meistens nässende Wunde, die über lange Zeit nicht abheilt. Diese Erkrankung ist bereits sehr früh beschrieben worden. Umgangssprachlich wird das Ulcus cruris auch als „offenes Bein“ bezeichnet.
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Tiefe Beinvenenthrombose

Die tiefe Venenthrombose ist nach dem Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste akut auftretende kardiovaskuläre Erkrankung. Sie zeichnet sich durch eine jährliche Inzidenz von etwa 3 : 1000 als relativ häufige Krankheit aus. 93% der der Thrombosen entstehen in der Vena cava inferior und den Becken-Beinvenen.

Weitere chronisch Venenkrankheiten

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden bzw. Hämorriden sind arterio-venöse Gefäßpolster, welche ringförmig unter der Enddarmschleimhaut angelegt sind und dem Feinverschluss des Afters dienen. Wenn von Hämorrhoiden gesprochen wird, sind damit aber meist vergrößerte oder tiefer getretene Hämorrhoiden im Sinne eines Hämorrhoidalleidens gemeint, die Beschwerden verursachen. Hämorrhoiden sind in der westlichen Welt eine der häufigsten Erkrankungen, aber gesellschaftlich weitgehend tabuisiert. Es ist eine Erkrankung des Alters. Hämorrhoidalleiden vor dem 35. Lebensjahr sind selten.

Welche Ursachen letztlich die Erkrankung hat, ist noch weitgehend ungeklärt. Symptomatische Hämorrhoiden sind eine wie auch die Varikosis und die Chronisch-venöse Insuffizienz eine progressive Erkrankung, die in vier Erkrankungsgrade eingeteilt wird. Aufgrund ihrer hohen Verbreitung wird die Diagnose ‚Hämorrhoidalleiden‘ oft sehr leichtfertig und häufig von den Betroffenen selbst gestellt. Dabei zeichnen sich einige wesentlich schwerwiegendere Erkrankungen durch eine sehr ähnliche Symptomatik aus.

Lipödem

Das Lipödem (umgangssprachlich auch Reiterhosensyndrom, Säulenbein oder Reithosenfettsucht) ist eine atypische und symmetrische Häufung von Fettgewebe seitlich an den Hüften und Oberschenkeln und Oberarmen (im späteren Verlauf auch an den Unterschenkeln, Unterarmen und im Nacken), verbunden mit Schmerzen und Druckempfindlichkeit der Beine und Neigung zu Hämatomen („blaue Flecken“) bei Bagatelltraumen. Sekundär kann es auch zu peripheren Ödemen kommen. Es handelt sich um eine progrediente Erkrankung. Das Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, vor allem nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder im Klimakterium. Eine genetische Prädisposition wird vermutet, jedoch werden auch hormonelle Veränderungen und Gewichtszunahme als potenzielle Ursachen gehandelt. Die betroffenen Fettzellen sind krankhaft verändert.

Das Lipödem ist nicht Ausdruck von Übergewicht – deshalb ist es nicht erfolgversprechend, den betroffenen Patientinnen eine Abmagerungskur zu empfehlen. Das krankhaft veränderte Fettgewebe neigt durch z.B. eine Störung der Funktionen der Kapillaren, darüber hinaus auch zur Wassereinlagerung, was im Verlauf zu Spannungsgefühlen und Druckschmerzen führen kann. Es liegt primär keine Schädigung des Lymphsystems vor, im weiteren Verlauf kann dieses jedoch durch die erhöhte Verletzlichkeit und Entzündungsbereitschaft des Fettgewebes geschädigt werden und somit die Ödembereitschaft erhöht werden.